Stefan SchweizerAUTOR · BÜCHER · PERSPEKTIVEN
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QUIT · Gedanke 06 von 12

Das Projekt darf kleiner werden.

Vielleicht willst du deine Idee gar nicht aufgeben. Vielleicht willst du nur aufhören, daraus ein ganzes Unternehmen machen zu müssen.

Stefan Schweizer · ca. 2 Minuten Lesezeit

Die Idee am Küchentisch

Am Anfang wolltest du einen kleinen Kurs anbieten. Ein Thema, das du gut kennst, acht Menschen, ein gemeinsamer Nachmittag. Dann kamen die Vorschläge: eine Plattform, mehrere Formate, eine regelmäßige Veröffentlichung und irgendwann ein eigenes Team.

Jetzt pflegst du Listen, suchst passende Software und denkst über Abläufe nach. Der erste Kurs hat noch immer nicht stattgefunden. Wenn jemand nach deinem Projekt fragt, erklärst du vor allem, was noch fehlt.

Du könntest alles hinwerfen. Du könntest dich auch weiter durch die Vorbereitung kämpfen. Vielleicht liegt dazwischen eine Möglichkeit, die bisher zu bescheiden klang: wieder einen einzigen Nachmittag organisieren.

Welcher Teil war dir wichtig?

Vorhaben sammeln Erwartungen. Manche kommen von anderen, manche aus unserem eigenen Bild davon, wie eine ernst zu nehmende Sache aussehen muss. Ein Hobby braucht plötzlich Reichweite. Eine gute Idee braucht Wachstum. Ein funktionierendes Angebot braucht eine zweite Ausführung.

Dabei verändert sich auch die Arbeit. Wer gern unterrichtet, beschäftigt sich irgendwann vor allem mit Organisation. Wer etwas herstellen wollte, beantwortet Nachrichten. Das kann eine willkommene Entwicklung sein. Es kann sich aber auch weit vom ursprünglichen Wunsch entfernen.

QUIT fragt, was durch ein Ende geschützt werden soll. Manchmal lässt sich diese Frage auf einen Teil des Vorhabens richten. Was könnte aufhören, damit das Eigentliche wieder stattfinden kann?

Eine kleinere Form löst nicht automatisch jedes Problem. Bestehende Zusagen, Kosten und Beteiligte müssen weiterhin berücksichtigt werden. Aber sie macht sichtbar, welche Teile notwendig sind und welche nur mitgewachsen sind.

Eine Version, die stattfinden kann

Beschreibe dein Projekt einmal ohne Wörter wie „später“, „skalieren“ und „irgendwann“. Was möchtest du in den kommenden Wochen tatsächlich tun? Für wen? In welchem Umfang kannst du es gut leisten?

Vielleicht steht am Ende dieser Beschreibung weniger als auf deiner bisherigen Liste. Dafür lässt sich damit anfangen.

Eine Idee muss nicht die größtmögliche Form erreichen, um einen Platz in deinem Leben zu verdienen. Manchmal wird sie erst lebendig, wenn du aufhörst, ihre ganze Zukunft gleichzeitig bauen zu wollen.

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