Stefan SchweizerAUTOR · BÜCHER · PERSPEKTIVEN
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QUIT · Gedanke 03 von 12

Schwer ist noch keine Richtung.

Eine anstrengende Woche kann zu etwas führen. Oder nur zur nächsten anstrengenden Woche. Wie erkennst du den Unterschied?

Stefan Schweizer · ca. 2 Minuten Lesezeit

Der Stolz auf die Mühe

Abends bist du erschöpft. Immerhin hast du viel geschafft. Du hast improvisiert, Schwierigkeiten aufgefangen und noch eine Stunde drangehängt. Das fühlt sich nach Einsatz an, und Einsatz wird meist anerkannt.

Nur die Frage, ob die Lage dadurch besser geworden ist, bleibt offen. Manche Aufgaben werden mit der Zeit verständlicher. Andere verlangen jeden Montag denselben Rettungseinsatz. Von außen kann beides gleich fleißig aussehen.

Beim Lernen ist Mühe oft unvermeidlich. Die ersten Versuche mit einem Instrument klingen selten nach dem Stück, das man spielen möchte. Auch ein wertvolles Projekt kann durch eine lange, unübersichtliche Phase führen. Eine schlechte Woche ist noch kein verlässliches Urteil über einen ganzen Weg.

Was verändert die Anstrengung?

In QUIT heißt ein Buchteil „Schwer ist noch keine Richtung“. Der Gedanke lädt dazu ein, genauer zu beschreiben, wofür die Kraft gerade gebraucht wird.

Wirst du sicherer? Entsteht ein Ergebnis, das vorher nicht möglich war? Hilft eine Rückmeldung beim nächsten Versuch? Oder setzt deine Arbeit vor allem die Bedingungen zurück, unter denen morgen dieselbe Überlastung entsteht?

Das lässt sich selten mit einem einzigen Gefühl beantworten. Hilfreicher ist ein kleiner Vergleich: Was konntest du vor vier Wochen noch nicht, was heute möglich ist? Welche Schwierigkeit wurde tatsächlich kleiner? Welche taucht trotz aller Gespräche unverändert wieder auf?

Vielleicht zeigen diese Fragen einen Fortschritt, den du im täglichen Ärger übersehen hast. Vielleicht zeigen sie auch, dass du immer geschickter darin wirst, einen unhaltbaren Ablauf am Laufen zu halten.

Ein Versuch mit einer Aufgabe

Wähle eine wiederkehrende Belastung und benenne eine konkrete Veränderung. Eine andere Zuständigkeit, weniger parallele Vorhaben oder eine klarere Rückmeldung. Überlege vorher, woran du merken würdest, dass dieser Versuch hilft.

Damit bekommt die Mühe eine prüfbare Richtung. Du musst nicht jeden schwierigen Tag zum Anlass für eine Grundsatzentscheidung machen. Du musst aber auch nicht unbegrenzt dieselbe Anstrengung wiederholen, nur weil du inzwischen gut darin bist.

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